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Im Herbst

Herr, wenn du mir bestimmst, daß ich verscheide,
dann laß es sein in einem reichen Herbst,
wenn du die Blätter über Hang und Heide
mit Golde ränderst und mit Purpur färbst!

Laß dann die späten Bienen müde Astern
zum Abschied suchen, eh das Jahr sich neigt,
und laß die Wolkenberge alabastern
am Himmel stehn, der gläsern ist und schweigt.

Ich will mich dann mit keiner Geste wehren
und will nicht schaudern, wenn der Engel leicht
das Herz mir rührt. Ich will den Becher leeren,
den tröstend mir die letzte Stunde reicht.

Doch laß es Herbst sein, Herr, die Zeit der Reife,
die Zeit der Lese, die dem Jahr bestimmt,
daß mich dein sanfter Bote brockend greife
so wie man Früchte nimmt!

Georg Drozdowski

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