Kassiber Ilma Ra­ku­sa
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Ilma Rakusa Von Ketzern und Klas­si­kern Ilma Ra­ku­sa:
Von Ketzern und Klas­si­kern. Streif­zü­ge durch die rus­si­sche Li­te­ra­tur.
edition suhr­kamp 2003, 235 Sei­ten, ISBN 978-3-518-12325-6

In 31 Essays führt uns Ilma Ra­ku­sa durch die rus­si­sche Li­te­ra­tur der klas­si­schen Epo­che bis in die un­mit­tel­ba­re Ge­gen­wart – von Ale­xan­der Pusch­kin bis Jo­seph Brods­ky, von den ka­no­ni­sier­ten Grö­ßen bis hin zu Au­to­rin­nen und Au­to­ren, de­ren Na­men nur aus­ge­wie­se­nen Ken­nern der rus­si­schen Li­te­ra­tur ge­läu­fig sein dürf­ten. Ei­ni­ge der Tex­te ge­hen auf per­sön­li­che Be­geg­nun­gen zu­rück und wur­den zu­vor in Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten wie „Die Zeit“ oder „Neue Zür­cher Zei­tung“ so­wie als Nach­wor­te ver­öf­fent­licht.

Im Mittelpunkt ste­hen nicht nur die gro­ßen Klas­si­ker, son­dern auch we­ni­ger be­kann­te, bis­wei­len „ket­ze­ri­sche“ Stim­men – Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler, die sich li­te­ra­ri­schen Kon­ven­tio­nen oder po­li­ti­schen Vor­ga­ben wi­der­setz­ten. Ra­ku­sa zeigt, wie Li­te­ra­tur stets auch ein Seis­mo­graf ge­sell­schaft­li­cher Um­brü­che ist: von der Za­ren­zeit über die Sow­jet­ära bis in die Ge­gen­wart.

Das Panorama reicht von Fjo­dor Dos­to­jews­ki, Leo Tols­toi und An­ton Tsche­chow über Mi­cha­il Prisch­win, Leo­nid Do­byt­schin und Da­ni­il Charms bis hin zu Ma­ri­na Zwe­ta­je­wa, Anna Ach­ma­to­wa und Va­le­ria Nar­bi­ko­va und vie­len an­de­ren. So ent­steht en pas­sant eine eben­so kennt­nis­rei­che wie le­ben­di­ge klei­ne Ge­schich­te der rus­si­schen Li­te­ra­tur.

Ra­ku­sas „Streif­zü­ge“ durch Epo­chen und Gen­res rei­chert sie mit Anek­do­ten, prä­zi­sen Beob­ach­tun­gen zum Über­set­zen und per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen an Be­geg­nun­gen mit rus­si­schen Au­to­rin­nen und Au­to­ren an. Das Buch ist nicht nur eine Hom­mage an die rus­si­sche Li­te­ra­tur, son­dern auch eine Ein­la­dung, Ver­trau­tes neu zu le­sen und Un­be­kann­tes zu ent­de­cken.

Ilma Ra­ku­sa (*1946) stu­dier­te Sla­wis­tik und Ro­ma­nis­tik in Zü­rich und Pa­ris. In St. Pe­ters­burg be­geg­ne­te sie un­ter an­de­rem Jo­seph Brods­ky, Na­desch­da Man­del­stam, Li­di­ja Gins­burg so­wie rus­si­schen Kon­zep­tua­lis­ten und zahl­rei­chen Dis­si­den­ten. Sie ist als Dich­te­rin und Über­set­ze­rin tä­tig und ver­fasst Re­zen­sio­nen und Es­says über Li­te­ra­tur mit be­son­de­rem Schwer­punkt auf der rus­si­schen Li­te­ra­tur.


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1. März 2026

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