Leben und Werk von John von Neumann Leben und Werk von John von Neumann
Ein zusammenfassender Überblick.
Herausgegeben von T. Legendi und T. Szentivanyi.
Wissenschaftsverlag 1983, 151 Seiten
ISBN 3-411-01639-6

John von Neumann wurde 1903 in Budapest als János Lajos Neumann von Margitta geboren. Noch als Gymnasiast veröffentlichte er zusammen mit seinem Lehrer eine erste mathematische Arbeit1. Nach einem kurzen Studium des Chemie­ingenieurwesens in Berlin wandte er sich ganz der Mathematik zu und lehrte an den Universitäten in Göttingen, Hamburg und Berlin. In dieser Zeit beschäftigte er sich vor allem mit Problemen der Mengenlehre. Es folgten mathematische Erörterungen zur Quantenmechanik, was ihm den Weg nach Princeton in den USA eröffnete. Dort weitete er seine Arbeit auf weitere Aspekte der Mathematik aus und formulierte seine Spieltheorie, die in den Wirtschaftswissenschaften eine große Bedeutung erringen sollte. Ab 1943 arbeitete er am Manhattan-Projekt2 mit, nachdem er bereits zuvor mit ballistischen Problemen für die US Army zu tun gehabt hatte. An der Entwicklung und den Plänen zum Einsatz der Atombombe war er unmittelbar beteiligt. Heute gilt er als einer der Wegbereiter der Informatik, die Voraussetzung für die Entwicklung der Computertechnologie gewesen ist. Von Neumann war sicher einer der vielseitigsten Mathematiker nicht nur seiner Zeit. 1957 erlag er einem Krebsleiden, das zuletzt auch sein Gehirn angegriffen hatte.

Die ungarische "Gesellschaft für Computerwissenschaft" wollte mit "Leben und Werk von John von Neumann" dem Mathematiker ein Denkmal setzen, indem in sechs Aufsätzen einzelne Aspekte seines Schaffens vorgestellt werden und die weitere Entwicklung seiner Theorien aufgezeigt wird. In seiner Universalität wird er mit Gauß3 verglichen, wie er begründete er neue Aspekte der Wissenschaft, die zudem noch direkte oder indirekte Auswirkungen auf das praktische Leben hatten. Seine über die Mathematik hinausgehenden Interessen für Geschichte und Literatur werden als Wesensmerkmale seiner Persönlichkeit erwähnt, hervorgehoben werden seine Gedanken zu Modellen, in denen eine Analogie der Architektur eines Computers mit dem menschlichen Nervensystem diskutiert werden. Er arbeitete zur Automatentheorie und Neurophysiologie, zur internen Pro­gramm­steuerung digitaler Rechner und zur Spieltheorie, der mathe­matischen Ökonomie. Ein Fazit: "Es gibt vielleicht keinen Zweig der Mathematik, in dem er nicht gewirkt hätte."4

Ein 14-seitiges Literaturverzeichnis beschließt den Band.

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1. Gemeinsam mit Michael Fekete: Über die Lage der Nullstellen gewisser Minimum Polynome (1922)

2. Ab 1942 arbeitete die US Army unter Leitung von J. Robert Oppenheimer an der Entwicklung der Atombombe.

3. Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855)

4. S. 115

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14. November 2020

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